Geschichte

EEG 2000

Zielsetzungen

  • Vorrangige Einspeisung von erneuerbarem Strom ins Netz
  • feste Einspeisevergütungen
  • Vergütung über 20 Jahre garantiert

Auswirkungen

  • Starker Investitionsanreiz durch Planungssicherheit
  • Beginn des massiven Ausbaus von Windenergie und PV
  • Markteintritt vieler neuer Akteure (Bürger, Landwirte, kleine Unternehmen)

BEG Kassel & Söhre

  • Markteintritt vieler neuer Akteure (Bürger, Landwirte, kleine Unternehmen)

1. Novelle 2004

Zielsetzungen

  • Erhöhung und stärkere Differenzierung der Vergütungssätze
  • Ziel: Erhöhung des EE-Anteils am Strommix

Auswirkungen

  • Deutlich beschleunigter Ausbau, vor allem bei Wind an Land, hohes Wachstum bei PV

2. Novelle 2009

Zielsetzungen

  • Sehr hohe Einspeisevergütungen für Solarstrom
  • Degressionsmechanismus (jährliche Absenkung der Vergütung)

Auswirkungen

  • Hohe Ausbaurate der Photovoltaik
  • Entstehen einer starken deutschen Solarindustrie
  • EEG-Umlage steigt stark an

BEG Kassel & Söhre

  • Gründungswelle für Bürger Energie Genossenschaften

3. Novelle 2012

Zielsetzungen

  • Kostenbremse: starke Kürzung der PV-Vergütung
  • Ausbaukorridore (= Zubaubremse)

Auswirkungen

  • Zubau PV: 8 GW in 2012;
  • danach Einbruch des PV-Ausbaus
  • Investitionsrückgang
  • Verlust der Marktführerschaft für Solarindustrie in Deutschland

BEG Kassel & Söhre

  • 2012: Gutachten Fraunhofer/SUN: Nordhessen kann sich mit EE selbst versorgen.
  • 2012: Gründung der nordhess. BEGs im Landkreis Kassel
  • 2013: Gründung BEG Kassel
  • 2014 Fusion der BEGs Kassel & Söhre

5. Novelle 2017

Zielsetzungen

  • Umstellung von festen Vergütungen auf Ausschreibungen

Auswirkungen

  • Bevorzugung großer Projektierer
  • Einbruch bei Bürgerenergie und Onshore-Wind
  • stark reduzierte EE-Ausbaurate
  • Zubau PV: 2 – 3 GW in 2017/2018

BEG Kassel & Söhre

Nach dem Einbruch der Solarindustrie in den Jahren 2013 – 2022 aufgrund des drastischen Rückgangs der Einspeisevergütungen (initiiert durch Staatssekretärin Katherina Reiche im Umweltministerium von Peter Altmaier) bricht auch der Zubau von Windkraftanlagen stark ein.

Der Beschluss, den Zuschlag für Windparks auszuschreiben, bewirkt, dass kleinere Projektierer das Risiko des Verlusts einer teuren Projektentwicklung nicht tragen können. Ab 2018 werden deutlich weniger Anlagen zugebaut. Die SUN kann keine weiteren Windprojekte in Nordhessen realisieren.

 

  • BEG Kassel & Söhre beginnt 2018 mit PV-Beratung für Bürger:innen und Kommunen. Statt den erzeugten Solarstrom komplett ins Netz einzuspeisen ist der Eigenverbrauch jetzt unter Umständen wirtschaftlich. Die BEG berät Eigenheimbesitzer und Kommunen und bietet die Finanzierung der PV-Anlagen im Mietmodell an.
  • 2020: Einstellung Johannes Hildenbrand

 

  • Beteiligung der BEG Kassel & Söhre an den nordhessischen Windparks
    • Söhrewald und Niestetal 2013
    • Rohrberg 2015
    • Stiftswald  2017
    • Kreuzstein 2018

6. Novelle 2021

Zielsetzungen

  • Ziel: 65% EE-Strom bis 2030
  • Verbesserungen für Mieterstrom und Eigenverbrauch

Auswirkungen

  • Weiterhin gebremster Zubau, vor allem bei Wind an Land

BEG Kassel & Söhre

  • BEG Kassel & Söhre erweitert kontinuierlich das Geschäft mit PV-Anlagenberatung und -bau
  • 2021: Einstellung Tim Riedemann

7. Novelle 2023

Zielsetzungen

  • EE im „überragenden öffentlichen Interesse“
  • deutliche Anhebung der Ausbauziele (100% EE-Strom bis 2035)

Auswirkungen

  • Deutlich verbesserte Investitionsbedingungen (Boom Freiflächen-PV; Zunahme der Genehmigungen für Wind an Land)
  • Gebäudeenergiegesetz: neue Heizanlagen brauchen 65% EE
  • Zubau PV 15 GW in 2023
  • 17 GW in 2024

 

BEG Kassel & Söhre

  • BEG Kassel & Söhre entwickelt das Geschäftsfeld „Wärme“
  • 2024: Einstellung Niklas Köhn
  • 2025: Einstellung Marlon Hillmann als kaufmännischer Leiter
  • BEG erhält das Angebot einer Beteiligung am WP Bratberg (zwei 5,56 MW-Anlagen der Fa. Enercon)
  • Die Genehmigung für die Erweiterung des WP Stiftswald um drei 6,8 MW-Anlagen der Fa. Nordex liegt vor.
  • Die Zahl der genehmigten WP-Projekte steigt auch in Nordhessen wieder.
  • Beteiligung der BEG Kassel & Söhre an den nordhessischen Windparks
    • Bratberg 2026

 

Aktueller Referentenentwurf (EEG 2027)

Zielsetzungen

Der bisher unzureichende Netzausbau soll nicht durch höhere Geschwindigkeit kompensiert werden, sondern durch erschwerten Netzzugang für die Erneuerbaren:

  • die Einspeisevergütung für kleine PV-Anlagen soll abgeschafft werden
  • die Redispatchkosten sollen entfallen (Anlagen, die wegen hoher Stromproduktion bei ungenügender Netzkapazität abgeschaltet werden müssen, erhalten bisher Ausfallvergütungen). Damit werden die Investitionen riskoreicher und somit auch die Bankenkredite teurer = unvertretbares Risiko für kleine Betreiber (Bürgerenergiegesellschaften)
  • in Bereichen, in denen die Netze zeitweise überlastet sind, können die Netzbetreiber den Zugang für die weitere erneuerbare Anlagen verweigern.
  • Die Erneuerbaren sollen für den notwendigen Netzausbau finanziell aufkommen.
  • Zusätzliche Gaskraftwerke sollen die Risiken der „Dunkelflauten“ vermeiden. Diese Gaskraftwerke sollen im stand-by-Betrieb laufen und nur bei Bedarf ans Netz gehen. Die Kosten für die Gaskraftwerke müssen über die Strompreise erwirtschaftet werden.
  • Statt die Netzstabilität durch zusätzliche Batteriespeicher zu favorisieren, sollen die Stromspeicher Entgelte für das Ein- und Ausspeichern zahlen, was deren Rentabilität erheblich verschlechtert.

Auswirkungen

  • Fazit: zusätzliche Hürden für den Ausbau der Erneuerbaren; Klimaschutzziele der Bundesregierung nicht mehr zu erreichen; Lobbypolitik für die fossilen Konzerne.

Jährlicher Zubau Photovoltaik in Deutschland

Jährlicher Zubau Windenergie in Deutschland